TSI Workshop: Bestandsaufnahme neue Regeln für Verbriefungen – Was ist der Status, was ist im Trilog der EU-Institutionen zu erwarten?

Bestandsaufnahme neue Regeln für Verbriefungen – Was ist der Status, was ist im Trilog der EU-Institutionen zu erwarten?

Mit großen Erwartungen stellte die EU-Kommission im Herbst 2015 ihr Projekt Kapitalmarktunion
vor. Die Revitalisierung des Verbriefungsmarktes war dabei von zentraler Bedeutung. Fast anderthalb Jahre später liegen die Entwürfe von Kommission, Rat und Parlament auf dem Tisch und der Trilog um die abschließende Fassung steht bevor. Im Sommer 2016 legte auch Basel sein neues Verbriefungsrahmenwerk vor.

Zunächst hatte der Markt mit ungläubigem Erstaunen auf die Kommissionsvorstellungen reagiert. Unklare Definitionen und Prozesse, Widersprüchlichkeiten, steigende Eigenkapitalbelastungen selbst für STS-Verbriefungen, hohe Risiken und Pönalisierungen für den Originator – damit hatte niemand gerechnet. Die lange Vorarbeit, die vielen Konsultationen und Kommentierungen – waren sie einfach so verhallt? Über das ganze Jahr 2016 hinweg gab es aber einen intensiven Austausch zwischen Markt, Politik und Regulierern, der zumindest zu einem besseren Verständnis der Problemlagen beitrug.

Kann der Markt nun auf das Beste aus drei bzw. vier Welten hoffen? Und wie sähe dies aus? Was wird die STS-Regulierung für Originatoren und Investoren mit sich bringen? Werden sich die regulatorischen Anforderungen und die Eigenkapitalunterlegungen in einem Level Playing Field mit vergleichbaren Kapitalmarktinstrumenten bewegen? Und was bedeutet die Regulierung für Nicht-STS-Verbriefungen? Welcher Zeitplan für die Umsetzung erscheint realistisch?

Die TSI hat den bisherigen Prozess intensiv begleitet. Jetzt ist die richtige Zeit für eine „Bestandsaufnahme neue Regeln für Verbriefungen – Was ist der Status, was ist im Trilog der EU-Institutionen zu erwarten?“

Wir laden herzlich ein zu einem Workshop am 23. Februar 2017.

  •   Agenda

    10.00 – 10.20 Uhr

    Registrierung

    10.20 – 10.30 Uhr

    Begrüßung durch die Geschäftsführung der TSI

    10.30 – 11.20 Uhr

    Die neuen Regeln für Term-ABS. Was ist der Sachstand in den Entwürfen?
    Moderation:
    Michael Rützel, White & Case
    Referenten:
    Dr. Oliver Kronat, Clifford Chance
    Jörg Wiese, Volkswagen Financial Services

    • Term ABS-Anforderungen: Anforderungen und Kriterien für STS sowie Prozess der STS Implementierung
    • CRR Änderungen und neue Regeln für die Eigenkapitalunterlegung bei Investoren

    11.20–12.15 Uhr

    Die neuen Regeln für ABCP-Programme
    Moderation:
    Dr. Ralf Hesdahl, Mayer Brown
    Referenten:
    Volker Meissmer, Landesbank Baden-Württemberg
    Holger Sauereisen, DZ BANK

    • ABCP-Anforderungen: Anforderungen und Kriterien für STS sowie Prozess der
      STS-Implementierung; Feststellung und Behandlung von Verstößen
    • CRR Änderungen und IAA Anwendung

    12.15–13.30 Uhr

    Mittagessen

    13.30–14.20 Uhr

    Die Zukunft der Syntheten unter STS
    Moderation:
    Dr. Christian Malzahn, Bayerische Landesbank
    Referenten:
    Dr. Stefan Krauss, HENGELER MUELLER
    Olaf Instinsky, Deutscher Sparkassen- und Giroverband
    Robert O. Froitzheim, Deutsche Bank

    • Anforderungen an synthetische Verbriefungen
    • Behandlung von Originatoren und Investoren
    • Vorteilhaftigkeit bei EK-Berechnung, Zukunft des SFA

    14.20-15.10 Uhr

    Kaffeepause

    15.10–16.00 Uhr

    Die weiteren Wege zur STS Verordnung sowie die Harmonisierung anderer Regelwerke
    Moderation:
    Stefan Ziese, Commerzbank
    Referenten:
    Volker Meissmer, Landesbank Baden-Württemberg
    Jörg Wiese, Volkswagen Financial Services
    Dr. Esther Wandel, Bundesministerium der Finanzen
    Dr. Stefan Krauss, HENGELER MUELLER

    16.00 Uhr

    Schlußwort der TSI Geschäftsführung mit anschließendem Umtrunk

  •   Referenten

    Robert O. Froitzheim ist Director bei der Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG. Seit 1997 ist er im Portfoliomanagement für Firmen- und Retailkunden (Portfolioverbriefung von mehr als 113 Mrd. EUR) tätig. Daneben begleitet er für die Retail-division verantwortlich das ökonomische Kapitalmodell für Kreditrisiko und Operational Risk. Er erstellt zudem Business Cases zur Beurteilung von Subportfolios. Davor war er in den Bereichen Global Markets Futures & Options sowie Zielgruppensteuerung für Konzernkunden tätig.
    Vor seiner Zeit im Deutsche Bank-Konzern hat Herr Froitzheim Erfahrungen im Privatkundenbereich bei Sal. Oppenheim gesammelt. Sein Studium der Bank-/ Versicherungsbetriebslehre und Wirtschaftsinformatik hat er an der Universität zu Köln absolviert.

     

    Dr. Ralf Hesdahl berät Mandanten im Bereich des Bank- und Finanzrechts, insbesondere bei öffentlichen und privaten Verbriefungstransaktionen. Er verfügt über umfassende Erfahrungen mit der Verbriefung von Konsumentenkrediten, Auto-Leasing- und Auto-Darlehensforderungen sowie Handelsforderungen. Neben seiner Verbriefungspraxis berät Ralf Hesdahl intensiv bei Asset-Based-Lending und Factoring-Transaktionen. Dr. Ralf Hesdahl betreute als Transaction Counsel die TSI-Premierentransaktion Driver One.

     

     

    Olaf Instinsky ist Abteilungsdirektor beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband und leitet das Referat Adressenrisikomanagement und -controlling /Kreditpooling. Er koordiniert die Themenbereiche Kreditrisikomanagement- und Kreditrisikohandel, Verbriefungen und ABS. Hierzu zählt seine Mitgliedschaft im Fachgremium ABS. Zu den von ihm mitentwickelten Produkten und geleiteten Projekten zählen u.a. die Sparkassen-Kreditbaskets, der Mittelstandskreditfonds der Sparkassen-Finanzgruppe von Deka und DSGV sowie das Strategieprojekt „effizientes Kreditrisikomanagement“.
    Vor seiner Zeit beim DSGV war er bei der Sparkasse Osnabrück, in Luxemburg beim Privatbankhaus M. M. Warburg & CO und bei der Commerzbank International S.A. sowie anschließend beim Privatbankhaus Delbrück & Co. in Berlin. Herr Instinsky hat an der Universität Trier studiert sowie ein MBA-Programm in der Schweiz und den USA absolviert.

     

    Dr. Stefan Krauss ist Partner von HENGELER MUELLER und seit 1995 im Bereich Structured Finance, Capital Markets und Banking tätig. In zahlreichen Transaktionen und als Berater der TSI war er maßgeblich an der Entwicklung des deutschen ABSMarktes beteiligt. Weitere Beratungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Derivate, Zahlungssysteme (Euro1, Step2, MyBank) sowie Pfandbriefe und Pfandbriefbanken.

     

     

    Dr. Oliver Kronat ist auf die Beratung deutscher und internationaler strukturierter Finanzierungen spezialisiert. Er berät sowohl Banken, Finanzdienstleister, Leasinggesellschaften und Treuhänder im Bereich der strukturierten Finanzierung und Verbriefung (u. a. von Leasing-, Handels-, Darlehensforderungen und Grundvermögen) als auch institutionelle Investoren bei alternativen Investments. Dr. Oliver Kronat ist Berater der True Sale Initiative und auch als Steuerberater zugelassen.

     

     

    Dr. Christian Malzahn ist Syndikus und Chefspezialist im Bereich Recht/Kapitalmarktgeschäft der Bayerischen Landesbank. Er ist dort seit 2006 tätig und berät den Firmenkunden- und den Restrukturierungsbereich der Bank im Rahmen von Verbriefungen in rechtlicher, insbesondere aufsichtsrechtlicher Hinsicht. Zuvor war er Rechtsanwalt in der internationalen Sozietät Freshfields Bruckhaus Deringer mit Stationen in Frankfurt/Main und London.

     

     

    Volker Meissmer ist Leiter Gruppe Securitisation Grundsatzfragen & Conduit Management in der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Nach Tätigkeiten im Firmenkreditbereich und der Betreuung institutioneller Großkunden bei einem der Vorgängerinstitute der LBBW übernahm Herr Meissmer Anfang 1998 den Aufbau eines Kompetenz-Centers für Asset-Backed Finanzierungen und leitete anschließend für mehrere Jahre die Verbriefungsaktivitäten der LBBW. Angesiedelt am Hauptsitz in Stuttgart ist Herr Meissmer zuständig für alle Grundsatzthemen rund um die Verbriefung (insbesondere Regulatorik) sowie das Management und die Struktur des Multi-Seller ABCP-Programmes „Weinberg“.
    Er führt einen Titel als Diplom-Sparkassenbetriebswirt der Deutschen Sparkassen-Akademie und ist in zahlreichen Gremien und Ausschüssen der Verbriefungslobby in Deutschland und Europa vertreten.

    Michael Rützel berät nationale und internationale Kreditinstitute, grenzüberschreitend tätige Unternehmen, Emittenten und Treuhänder sowohl im Zusammenhang mit Verbriefungsstrukturen verschiedenster Forderungsklassen, insbesondere bei Immobilienverbriefungen und deren Refinanzierung und Restrukturierung. Darüber hinaus unterstützt er Mandanten bei internationalen Akquisitions-, Projekt- und insbesondere
    Immobilienfinanzierungen sowie deren Refinanzierung und Restrukturierung.
    In diesem Zusammenhang berät er Mandaten ebenfalls zu Pfandbriefe und
    strukturierte Schuldscheindarlehen betreffenden Rechtsfragen.

    Holger Sauereisen ist Abteilungsdirektor im Bereich Kapitalmärkte Handel der DZ BANK AG. Seit 2007 arbeitet er als Senior-Strukturierer im Team „Verbriefungen Firmenkunden“ und ist verantwortlich für Daten, Modellierung und Regulatorik mit Schwerpunkt auf das europäische ABCP-Programm CORAL. Seit seinem Eintritt in die DZ BANK im Jahr 1999 war er in verschiedenen Bereichen im Kreditrisikomanagement und Risikocontrolling tätig. Holger Sauereisen hat an der Universität Stuttgart studiert und ist Diplom-Mathematiker.

     

    Dr. Esther Wandel verfügt über langjährige Erfahrungen mit nationaler und internationaler Finanzmarktregulierung. Seit 2016 ist sie Referatsleiterin im Bundesfinanzministerium in Berlin. Dort ist sie für Fondsregulierung zuständig, betreut aber auch Kerndossiers der EU Kapitalmarktunion wie Prospekte, Venture Capital und Verbriefungen. Zuvor leitete sie das Fund Policy Team bei der Finanzaufsichtsbehörde (FCA) in London. Esther Wandel war sieben Jahre für die Europäische Kommission in Brüssel tätig, wo sie die Federführung für zahlreiche Projekte in der Fondsregulierung, dem Verbraucherschutz und der KMU-Finanzierung innehatte. Zudem sammelte sie umfangreiche Erfahrungen mit deutscher Gesetzgebung in ihrer Zeit beim Bundesfinanzministerium zwischen 2007 und 2009 und als Leiterin des Grundsatzreferats für Investmentfonds bei der BaFin in Frankfurt. Sie startete ihre Laufbahn 1999 beim Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen in Berlin. Esther Wandel ist Juristin und hat im Umweltrecht promoviert.

     

    Jörg Wiese beschäftigt sich seit vielen Jahren mit regulatorischen Themenstellungen und verfügt über umfangreiche Erfahrungen. Sein Schwerpunkt liegt derzeit auf regulatorische Themen, die für das Risikomanagement der Volkswagen Financial Services Gruppe Relevanz haben und sich auf deren Geschäftsmodell auswirken können. Das Aufgabenspektrum reicht von CRD IV, CRR, KWG, GroMiKV, SolvV, Regulatory Technical Standards der EBA, IFRS bis zum Exposure Draft Expected Losses etc.. Ein Schwerpunkt bildet dabei zurzeit die regulatorische Behandlung von Asset Backed Securities im Rahmen der diversen regulatorischen Vorhaben (Liquidity Coverage Ratio, Solvency II, Securitisation Framework etc,). Zuvor war Herr Wiese von 2007 bis 2012 als Abteilungsleiter für die Risikobewertungsverfahren (Rating-, Scoring-, LGDu. Sicherheitenbewertungsverfahren) der Gruppe und von 1998 bis 2007 als Leiter für Bankenaufsicht und Meldewesen der VW Bank und der Gruppe verantwortlich. Als Projektleiter verantwortete er die Umsetzung des Basel II-Projektes. Zusätzlich leitete Herr Wiese von 1999 bis 2005 das Treasury Back Office der deutschen Gesellschaften der VW FS AG und baute ein ABS Operations Team zur Verwaltung der verbrieften Forderungspools aus ABS Transaktionen auf.

    Stefan Ziese ist verantwortlich für das Verbriefungsgeschäft der Commerzbank AG mit Kunden, dazu gehört das Multiseller-Conduit Silver Tower. Er war seit Dezember 2004 Leiter des Verbriefungsteams von Dresdner Kleinwort in Frankfurt und von April 2002 bis März 2005 in New York. Herr Ziese arbeitete seit 1992 für die Dresdner Bank, zuerst als Kreditanalyst, dann als Prüfer bzw. Prüfungsleiter im Konzernstab Revision mit zahlreichen Projekten im In- und Ausland. Dem gingen Studium bzw. Assistenz-, Lehr- und Forschungstätigkeit an der Freien Universität Berlin, der University of Minnesota (Minneapolis, MN), am Woodrow Wilson International Center for Scholars (Washington, DC) und der John F. Kennedy School of Government, Harvard University (Cambridge, MA) voraus.