TSI Special Training plus: Bewertungsfragen von Verbriefungen aus Sicht von Originatoren, Investoren und Eurosystem

Für Originatoren von Verbriefungen stellt sich die Frage, wann und ob eine Transaktion für sie rentabel ist. Investoren in Verbriefungsprodukte wiederum müssen - schon aus regulatorischen Gründen - die Vorteilhaftigkeit und Risiken einer Verbriefungstransaktion sowie des zugrundeliegenden Portfolios bewerten und ihre laufenden Investments in Verbriefungen nach definierten Standards überwachen. Ratings sind für Verbriefungen von hoher Bedeutung und damit auch die Bewertungsmethodik der Agenturen. Im Rahmen von ABS Investments sind Banken gefordert, die regulatorischen Ansätze zur Ermittlung der Eigenkapitalunterlegung anzuwenden. Das Eurosystem wiederum führt im Rahmen der ABS-Beleihung sowie des Ankaufs eigene Bewertungen durch.

Wirtschaftlichkeitsberechnungen, Bewertung, Transparenz und Performanceanalyse von Verbriefungstransaktionen haben somit aktuell für alle Akteure eine hohe Bedeutung.

Das TSI Special Training plus „Bewertung von Verbriefungen aus Sicht von Originatoren, Investoren und Eurosystem“ soll einen Betrag dazu leisten, dass Mitarbeiter von Originatoren, Arrangern, Investoren und Aufsicht einen tieferen Einblick in die Bewertung von Transaktionen und Bonds erhalten.

Themenschwerpunkte des TSI Special Training plus sind:

  • Wirtschaftlichkeitsberechnungen beim Originator
  • Analyse-Inputs für den Investor: Offering Circulars, Ratingreports, Deal Reviews,
    Investorenreports und Einzelkreditdaten
  • Analyse-Ebenen bei ABS Transaktionen – Poolebene und Anleiheebene
  • Überblick über Cash Flow Modellierungen und Bewertungen beim Investor
  • Rechtliche Anforderungen an Bewertung und Transparenz für ABS Investments
  • Methodik der Ratingagenturen
  • Methoden der Ermittlung der EK-Unterlegung bei Bankinvestments in ABS heute und zukünftig
  • Transparenzanforderungen und Bewertungsfragen im Rahmen des Eurosystems für
    ABS als Collateral und bei ABS-Ankauf
    •   Agenda

      Donnerstag, 8. September 2016

      8.30 – 8.40 Uhr

      Registrierung und Kaffee

      8.40 – 8.50 Uhr

      Begrüßung durch die TSI

      8.50 – 10.10 Uhr

      Wirtschaftlichkeitsberechnungen aus Sicht des Originators
      Robert O. Froitzheim, Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden

      • Ziele für Originatoren
      • Wirtschaftlichkeitserwägungen für den Originator bei synthetischen und true sale Transaktionen
      • Grundsätzliche Wirkungsweisen von Portfoliotransaktionen auf die Rentabilität
      • Kurze Fallbetrachtung

      10.10 – 10.40 Uhr

      Kaffeepause

      10.40 – 12.00 Uhr

      Überblick über Cash Flow Modellierungen und Bewertungen beim Investor
      Jan-Peter Hülbert, Raiffeisen Bank International

      • Ziel und Anwendungsgebiete
      • Analyse-Ebenen bei ABS Transaktionen – Poolebene und Anleiheebene
      • Bedeutung von prepayments, defaults, delinquencies, granularity etc. für die Cash Flow-Modellierung
      • Modellierungsbeispiele

      12.00 – 13.10 Uhr

      Analyse-Inputs für den Investor:
      Offering Circulars, Ratingreports, Deal Reviews, Investorenreports, Einzelkreditdaten - Welche Daten sind verfügbar, wie arbeitet man damit?

      Gerald Christoph Dorsch, Feri EuroRating Services

      • Fragen, die es bei der Analyse zu stellen gilt zu Originator, Portfolio und Transaktion
      • Risikofaktoren und deren Bewertung
      • Umgang mit Prospekt und Investorenreport

      13.10 – 14.40 Uhr

      Mittagspause

      14.40 – 15.20 Uhr

      Transparenzanforderungen und Bewertungsfragen im Rahmen des Eurosystems für ABS als Collateral und bei ABS-Ankauf
      Josephine Kehlberger, Deutsche Bundesbank

      • Bandbreite der Sicherheiten und Bewertungsansätze
      • Bewertung von ABS im Rahmen von Repogeschäften und beim Ankaufsprogramm

      15.20 – 16.20 Uhr

      Methodik der Ratingagenturen – was schauen sie sich an, wie gehen sie vor am Beispiel einer ausgewählten Transaktion
      Sebastian Schranz, Moody's

      16.20 – 16.50 Uhr

      Kaffeepause

      16.50 – 17.50 Uhr

      Regulatorische Bewertungsverfahren zur Ermittlung der Eigenkapitalunterlegung  für Verbriefungen
      Bert Staufenbiel, KfW

      • Aktuelle Eigenkapitalunterlegung nach CRD IV/CRR (u.a. RBA, IAA, SFA)
      • Neue Überlegungen (u.a. BCBS 303 & 343, STS-Regulierung)

       17.50 Uhr

      Schlußwort TSI Geschäftsführung mit anschließendem Get-together

    •   Referenten

      Donnerstag, 8. September 2016

      Gerald Christoph Dorsch ist Leiter Credit Rating bei der Feri EuroRating Services AG und dabei verantwortlich für den Aufbau, Weiterentwicklung und die Durchführung von Fremdkapitalemissionsratings. Zuvor war er als Abteilungsleiter „Strukturierte Portfoliotransaktionen“ der Deutschen Postbank AG für die Strukturierung und Administration aller Verbriefungstransaktionen und für das externe Pfandbriefreporting bzw. -rating innerhalb der Postbank Gruppe verantwortlich. Dem gingen Positionen im Corporate Finance und Asset Securitisation der WestLB AG und bei der Siemens AG voraus.

       

      Robert O. Froitzheim ist Director bei der Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG. Seit 1997 ist er im Portfoliomanagement für Firmen- und Retailkunden (Portfolioverbriefung von mehr als 91 Mrd. EUR) tätig. Daneben begleitet er für die Retaildivision verantwortlich das ökonomische Kapitalmodell für Kreditrisiko und Operational Risk. Er erstellt zudem Business Cases zur Beurteilung von Subportfolios.
      Davor war er in den Bereichen Global Markets Futures & Options sowie Zielgruppensteuerung für Konzernkunden tätig. Vor seiner Zeit im Deutsche Bank-Konzern hat Herr Froitzheim Erfahrungen im Privatkundenbereich bei Sal. Oppenheim gesammelt. Sein Studium der Bank-/ Versicherungsbetriebslehre und Wirtschaftsinformatik hat er an der Universität zu Köln absolviert.

       

      Jan-Peter Hülbert ist seit September 2012 als Head of Asset Based Finance-Corporates der Raiffeisen Bank International AG verantwortlich für den Bereich Consumer Assets und Trade Receivables. Die Asset-Klassen beinhalten Auto-Kredite, Auto-Leasing, Equipment Leasing und unbesicherte Konsumentenkredite sowie Handelsforderungen. Seit 2002 hat er zahlreiche öffentliche ABS Bonds sowie diverse bilaterale oder syndizierte Verbriefungstransaktionen für Firmenkunden, Leasinggesellschaften und Konsumentenfinanzierer strukturiert. Herr Hülbert hält einen Abschluss als Diplom-Kaufmann der LMU München.

       

      Josephine Kehlberger absolvierte von 2009 bis 2014 ein Studium der Mathematik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz mit dem Abschluss als Master of Science. 2014 absolvierte sie ein Praktikum bei der Deutschen Bundesbank im Zentralbereich Banken und Finanzaufsicht in der Abteilung Risikoanalysen.
      2016 war Frau Kehlberger als Spezialistin für die Bewertung von Finanzprodukten bei der Deutsche Bundesbank im Zentralbereich Märkte in der Abteilung Grundsatzfragen operative Geld- und Währungspolitik tätig.
      Seit Mai 2016 ist sie stellv. Hauptgruppenleiterin für die Bewertung notenbankfähiger
      Sicherheiten.

       

      Sebastian Schranz, Ass. Vice President, ist Lead Analyst im Frankfurter Büro von Moody’s Investors Service und aktuell für die Primäranalyse von Auto-Kredit und Konsumentenkredit ABS-Transaktionen zuständig. Seit 2010 hat er sich bei Moody’s mit der Analyse und dem Rating von verschiedensten neuen und bestehenden ABS Transaktionen beschäftigt. Zuvor verbrachte er drei Jahre als Structured Finance Analyst bei ING in Deutschland. Herrr Schranz hat einen Abschluss als Diplom-Kaufmann von der Universität Bayreuth und einen Master of Science in Mathematik. Er ist Chartholder der Chartered Alternative Investment Association (CAIA).

       

      Bert Staufenbiel, Senior Manager, arbeitet seit 2010 bei der KfW, wo er sich hauptsächlich mit Analyse von europäischen KMU Risiken beschäftigt. Zudem ist er verantwortlich für ausgewählte aufsichtsrechtliche Fragestellungen u.a. Basel III (inkl. CRD IV/CRR) und Solvency II. Von 2007 bis 2010 war er als Portfoliomanager in der Einheit Structured Credits der Deka Investment tätig. Sein Berufseinstieg erfolgte bei Fitch Ratings im Bereich Verbriefung, wo er hauptsächlich für RMBS Transaktionen verantwortlich war.
      Herr Staufenbiel ist Diplom-Kaufmann (Universität Potsdam) und hat in 2015 zusätzlich einen Master-Studiengang bei der Frankfurt School of Finance & Management absolviert.